Hallo Leute.

Also, wenn ihr den Sternenhimmel beobachten wollt, dann kauft euch ein gutes Fernglas. Legt euch in einer lauen Sommernacht bei klarem Himmel auf eine Liege, eine Decke, oder auf die Wiese und erfreut euch des Lebens. Denn mit dem Blick in die Unendlichkeit soll euch bewusst werden, wie faszinierend schön und zugleich erschreckend groß “unser” Universum ist. Eigentlich ist unser Heimatplanet Erde ein unvorstellbar winziges Teilchen von dem, was wir Erdenbürger mit gesengtem Kopf ignorieren!

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Wie alles begann.

Wer sich mit Astronomie beschäftigen will, der sollte nicht so viele Hobbys haben wie ich. Denn wer vieles kann, muss auch viel tun! Ist zwar gut für mein Ego aber es bleibt viel auf der Strecke.

Der Blick zum Himmel war für mich schon immer ein Muss. Doch wie schon erwähnt hatte ich nie wirklich Zeit mich damit ernster auseinander zu setzen. Man verfolgte die Wissenschaft in der Astronomie zwar mit Interesse, aber ich kam nie auf den Gedanken mich Selbst zu Aktivieren.

Alf, ein Freund hatte einmal vor Jahren ein Reflektor-Teleskop 114/900. Er lud mich ein, einmal den Saturn zu beobachten. Ich war so begeistert von dem kleinen Ring. Er zeigte mir die Positionen einiger Sternbilder (u.a. auch das 7-Gestirn:die Plejaden), die von mir, wie auch von vielen Anderen fälschlicherweise als “kleiner Wagen” bezeichnet wurde. Der Jupiter hatte mich und meine Frau Karin in den Bann gezogen. Mit Begeisterung verfolgten wir seine Bänder und die 4 Begleiter: Io, Europa, Ganymed, und Kallisto. Wir beobachteten mit besonderer Interesse, wie die Monde jeden Tag von unserem “ Jupi ” eine andere Position bezogen hatten. Als Beobachtungsgerät verwendeten wir zu Hause ein Fernglas besonderer Güte: NVA-Dienstglas EDF 7x40 von Carl Zeiss Jena! Eins der besten Gläser in punkto Qualität auf dem Europäischen Markt. Das ich noch heute zum Aufsuchen oder Durchsuchen des Himmels verwende. Es ist mein ständiger Begleiter in der Natur bei Tag und Nacht.

Dann kam der Tag an dem sich ein “Gestirn” am Himmel zeigte das da nicht hin gehörte.

Komet “ Hale - Bopp “! Ich denke, wir alle haben ihn mit Spannung verfolgt. Wenn der Himmel frei war begrüßte er mich schon am frühen Morgen im Nord-Osten. Den musste ich auf Papier ablichten. Gegen 22:15 Uhr klärte der Himmel wieder auf. Ich packte meine Canon 3000N, 50mm Objektiv, ein Stativ, Fernauslöser, meinen Sohn Thomas als Assistent ins Auto und ab in den Wald. Wir suchten uns eine Stelle, wo wir vor Lichtverschmutzung einigermaßen geschützt waren. Ich weiß nicht mehr wie viele Bilder ich gemacht habe. Die Himmelsrotation machte mir zu schaffen. Was ist das beste Ergebnis? Bilder von 5sec. - 1 1/2min. mit verschiedenen Blenden wurden gemacht. Thomas notierte die Daten. Ich hatte keine Ahnung was daraus wird!

Hier ist mein erstes astronomisches Foto: Hale - Bopp“

Aufnahmedaten:

Niederkrüchten/Heyen, 13. April 1997 , 23:10Uhr
Fuji 800ASA, Objektiv 50mm, Belichtung 35sec.

So, das erste Kapitel war abgeschlossen.

Trotz alledem kamen ein paar Jahre der Enthaltsamkeit. Grosse Umbauten an Haus und Grundstück, Restaurationen, Beruf, Trauer, Pflege u.v.m. hielten mich von meinem neu entdeckten Interessensgebiet zurück. Das einzigste was mir blieb, war der “ STAROBSERVER “ den ich abonniert hatte. Eine Astrozeitschrift, die ich mit großem Interesse verfolgte.

Es kam wie es kommen musste. Aus dem STAROBSERVER holte ich mir erste Informationen über Teleskope. Studierte Berichte, Erfahrungen, Beurteilungen, Meinungen und Kritik. Nach welchen Kriterien sollte ich mich entscheiden?

Ein Linsenteleskop, ein Dobson, ein Reflektor, ein Spiegelteleskop, Azimuthal oder parallaktische Montierung, Hand gesteuert, elektrische Hand-Steuerung, Computer gesteuert, GPS gesteuert, die gesamte Zubehörpalette und, und, und...

Wenn man dann noch die Preise sieht - nah habe die Ehre. Da bleibt einem nur noch der Entschluss: Fernglas! ------------ODER ?!

Ich überlegte und prüfte meine Situation. Also, jetzt bin ich 50. Anfangen wie ein Jugendlicher ist nicht mehr. 10-15 Jahre werde ich brauchen um mich einigermaßen in der Astronomie zurecht zu finden. Gute und brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Das heißt aber auch, man braucht mehr Zeit für das Hobby. Für all diese Überlegungen hatte ich ja viel Zeit ( ca. 6 Jahre ).

Den letzten Entscheid habe ich meiner Frau zu verdanken. Sie unterstützte moralisch meinen Lebenstraum. Es sollte ja auch ein Teleskop sein wo ich noch lange Freude daran habe. Wechseln wie ein Handy ist nicht! Es macht mich stolz, das meine Frau die aktuelle Astronomie gleichermaßen verfolgt wie ich.

21.10.2003 Der Tag an dem der Himmel näher kam!

Ich hatte mich für einen 12-zöller von MEADE entschieden! Die Finanzierung hatte ich meinem ehrwürdigen Vater zu verdanken. Leider kam er nie mehr in den Genuss, durch dieses Skope zu schauen. Wenn ich jedes Mal in den Himmel schaue, muss ich an ihm denken. Vielleicht sieht er ja da oben mehr als ich.

Ich kam von der Arbeit. Meine Frau sagte, es wäre eine Lieferung beim Nachbarn abgegeben worden. Sofort rüber und nachschauen. Schluck, da stand eine Europalette 102,3KG !!!

Ein MEADE 12“ LX 200 SC GPS .

Nachdem ich das “ Päckchen” im Zimmer hatte, begann das Auspacken. Ja hatten wir denn schon Weihnachten? Jetzt mal ganz ehrlich, als ich den Deckel öffnete, hab ich ihn wieder geschlossen!

An dem Abend habe ich nichts mehr unternommen. Was für ein Wahnsinn. Ein Monsterteil. Meine Ehrfurcht vor diesem Teil nahm kein Ende. Nun, ich weis nicht genau, aber 1 oder 2 Tage später Habe ich dann alles aufgebaut.

Es folgten einige Tage und Wochen des Studierens, Frust, Erstaunen, Aha Effekte, wechselten sich ab.Heute arbeitet man routinierter mit dem Gerät. Wir durchstöberten bei allen Gelegenheiten den Himmel und waren fasziniert von den “Juwelen der Finsternis”. Das größte Problem ist aber die Schlepperei vom Teleskop. Nach draußen, alles aufbauen und später wieder alles reinholen.

Wie oft war das für die Katz. Gerade aufgebaut und schon kamen die Wolken!!. Und leicht ist das Skope nicht. 56,7kg mit Stativ! Da wird mich schon manch einer verstehen.

Am 08.06.2004 war der Venustransit. Das musste ich ablichten. Ich lieh mir die Canon von meinem Sohn, eine Power Shot S30 aus. Ein freier Tag, Sonne scheint, Frau hat Geburtstag, was will mein Herz mehr. Was für eine Wurschtelei, die Kamera ans Objektiv zu halten.

Manche Reflektionen ergaben einen künstlerischen Effekt.

Bald hatte ich aber auch brauchbare Ergebnisse und das Glück,

den 3. Kontakt und den 4.Kontakt zu erwischen.

Mittlerweile habe ich eine feste Säule im Garten für meine Refraktoren. ( Orion ED 80/600 und ein Skopos TL 805 APO 80/560 ) Als Montierung dient eine Astro-5 DX mit der Steuerung Powerflex SDI von Boxdörfer. Aber an eine eigene Sternwarte ( Rolldachhütte ) komm ich nicht vorbei. Alle Vorteile sprechen dafür. Ich habe noch viel an Wissen nachzuholen. Man(n) arbeitet daran, Frau auch ;-)

Clear skies wünscht euch

Axel Völl